Die Tiere werden von mir nicht mehr gehalten. Im 1. Quartal 2012 schlüpfen die letzten Jungtiere.


Varanus tristis orientalis
Der Fleckenwaran, Trauerwaran oder Schwarzkopfwaran (Varanus tristis orientalis) (engl. Black-headed tree goanna) ist ein Reptil aus der recht großen Gattung der Warane (Varanus) und der Untergattung Odatria.
Er hat ein weites Verbreitungsgebiet in Australien mit Ausnahme des äußersten Südens und des Südostens.
Nominatform: Varanus tristis tristis aus dem westlichen und zentralen Teil des Verbreitungsgebietes, Exemplare aus der Umgebung von Perth / Westaustralien sind vollkommen schwarz gefärbt.
Die heller gefärbte Unterart Varanus tristis orientalis kommt in Nordaustralien und in Queensland vor.

Gesamtlänge: V. tristis tristis 80 cm; V. tristis orientalis 60 cm.

Er ist ein problemloser Terrarienpflegling und auch für den Anfänger in der Terraristik geeignet.

Terrarium:
Der Fleckenwaran ist ein geschickter Kletterer was beim Bau des Terrariums berücksichtigt werden sollte.
Ich halte mein Zuchtpärchen in einem 135cm X 70cm X 140cm großen Terrarium ganzjährig zusammen. Ich bin der Meinung das Varanus tristis orientalis eher Baum als bodenbewohnend lebt. In meinem 140 cm hohen Terrarium halten sie sich so gut wie nie auf dem Boden auf.

Einrichtung des Terrariums der V.t.o.:
Als Bodengrund dient Rindenmulch aus dem Baumarkt. Felsnachbildungen und Korkröhren bilden Aktionsflächen und Verstecke.
Als weitere Unterschlupfmöglichkeit sollte eine Schlupfkiste, die mit feuchtem Substrat gefüllt ist, im Terrarium integriert sein.
Ein größeres Trinkwassergefäß erhöht die Luftfeuchtigkeit etwas.

Klima:
Lufttemperatur: tagsüber zwischen etwa 26-30°C.
An einem lokalen Sonnenplatz steigt sie auf über 40°C an.
Nachts 20-22°C.
Luftfeuchtigkeit: im Sommer 50-80%, im Winter 50-60%
Futter:
Schaben, Heuschrecken, Grillen usw. die vor der Verfütterung mit Korvimin eingestäubt werden. Mäuse werden nur dem Weibchen vor und nach der Eiablage angeboten - sonst nicht!

Winterruhe:
Die Winterruhe wird praktischerweise auf unsere Winterzeit gelegt und dauert 6 Wochen. In dieser Zeit sind die HQI - Strahler ausgeschaltet. Ein schwacher Spotstrahler erwärmt den Sonnenplatz täglich für ca. 4 Std. auf 26-28°C. Gefüttert wird in dieser Zeit wenig bzw. es wird von den Waranen wenig aufgenommen. Um die Trockenzeit im Winter zu imitieren sprüht man weniger Wasser als im Sommer.

Aufzucht:
In den ersten Lebenstagen ist Varanus tristis orientalis noch sehr klein bzw. sehr schlank. Kleinste Spalten können sie nutzen um sich zu verstecken oder um aus dem Terrarium auszubrechen, dafür reicht evtl. schon die Spalte zwischen den Glasschiebescheiben.
Die frischgeschlüpften Jungtiere setze ich in 5er - Gruppen in Terrarien mit den Ausmaßen 60x60x60cm. Ich konnte beobachten das es vereinzelt mal vorkam das ein dominantes Jungtier andere durch das Terrarium jagt. Hier muß eingegriffen werden und der "Raufbold" sollte einzel gehalten werden.
Für die Kleinen benutze ich anstatt Rindenmulch (für die Adulten) Sand als Bodengrund. Als Unterschlupf kommen kleine Eimer, gefüllt mit einer leicht feuchten Sand-Blumenerde-Mischung in dessen Deckel ein kleines Loch geschnitten wird in Betracht. Von diesen Eimerchen sollten mehrere im Terrarium an unterschiedlich warmen Bereiche gestellt werden.
Als Hauptfutter biete ich den Kleinen, mit Korvimin bestäubte, kleine Heuschrecken die ich frei in das Terrarium schütte.
Zur Fütterung hat sich eine Plastikschale (leerer Eisbecher o.ä.) bewährt, in den ich die Futtertiere rein gebe. Meistens fressen sie aber gleich von der Pinzette. Die Wattstärke der Strahler (Temperierung) ist natürlich je nach Standort unterschiedlich und muss ausprobiert werden.
Meine V.t.o. erreichten in 18 Monaten ca. eine Größe von 55 cm und waren in dem Alter noch fleißig am wachsen.
Adultgröße liegt bei meiner gepflegten Art bei ca. 60 cm.

Freilandlebensweise:
In einer Feldstudie im Kakadu Nationalpark (Northern Territory) wurden zwölf männliche Varanus tristis orientalis mit Radiosendern versehen und über einen Zeitraum von 10 Monaten beobachtet.
Sie leben dort in lichten Waldbeständen, größtenteils halten sie sich auf ausgewachsenen Eukalyptusbäumen auf. V.t.o. bestreift auch den Boden als Jagdbereich. Sie bilden keine Territorien, denn die Heimbereiche überlappen sich deutlich.
Aufenthaltsbereiche der Männchen: im Mittel 12.96 ha
Aufenthaltsbereiche der Weibchen dagegen relativ klein: im Mittel 2.15 ha
Zu Beginn der Trockensaison (Mai - Juni) ist Paarungszeit. Die Eiablage ist dann gegen Ende Juni Anfang Juli.
Männliche V.t.o. unternehmen weit ausgedehnte Streifzüge auf der Suche nach paarungsbereite Weibchen. Außerhalb der Paarungszeit leben die V.t.o. solitär.




Literatur:
- Bernd Eidenmüller: Warane (Herpeton-Verlag)

- Andreas Kirschner, Thomas Müller, Hermann Seufer: Faszination Warane (Kirschner & Seufer Verlag, Keltern-Weiler)

- Daniel Bennett: Warane der Welt, Welt der Warane

- DRACO # Terraristik-Themenheft # Nr. 7, Jahrgang 2 (2001-3) # Warane - Ausführlicher Bericht von Michael Schardt über die Haltung und Zucht von Varanus tristis orientalis

Hier ein "Steckbrief" von BEE (nicht selbst geschrieben) für Varanus tristis orientalis im PDF - Format

Art/Unterart Gelegegröße Temperatur (°C) Dauer (Tage) Quelle
Varanus tristis orientalis ~10 28 120-123 ENZ
Varanus tristis orientalis   26,5 141 ENZ
Varanus tristis orientalis   27,5 130 ENZ
Varanus tristis orientalis   28,8 115 ENZ
Varanus tristis orientalis   30 102-103 ENZ
Varanus tristis orientalis   32 88 ENZ
Varanus tristis orientalis   30 97 / 122 ENZ
Varanus tristis orientalis   28,5 95 ENZ

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